Wählen - Warum das denn?
60 Gedanken zum Wählengehen
Nun
steht uns wieder eine Wahl in Haus. Muss das sein? Dazu finden
sich hier in komprimierter Form 60 Gedanken zum Für und Wider des Wählengehens - eine nicht ganz unernst gemeinte Liste:
24 Gründe dafür und 36 dagegen...
24 Gründe, zur Wahl zu gehen...
- Das ist die einzige Möglichkeit, an der Macht teilzuhaben: Gib mir Macht!
- Es ist eine demokratische Pflicht:Aber klar!
- Wer nicht wählt, unterstützt die großen Parteien: Immer auf die Kleinen!
- Wer nicht wählt, darf auch nicht meckern: Ich will meckern!
- Zeig den Politikern, wer ihr Chef ist - Du: Ich bin der Chef!
- Wenn nachher nur wenige Stimmen für eine Änderung fehlten, muss man sich ärgern: Wo ist die fehlende Stimme?
- Demokratie lebt vom Wechsel: Wer hat mal ein bisschen Wechselgeld?
- Diese Landtagswahl hat durch die Veränderung der Bundesratsmehrheit starken Einfluss auf die Bundespolitik: sag mir mehr!
- Wer wählt erhält 25 Euro Erfrischungsgeld: Her mit der Kohle!
- Man kann sich mit anderen am Wahllokal verabreden und dann etwas gemeinsam unternehmen (Bei Regen kann man sich unterstellen): Leute treffen!
- Ich will mal alle Parteien auf einem Zettel sehen: Das ist bestimmt eine lange Liste...
- Ich wollte schon immer mal das Wahllokal von innen sehen: Zeig mir Deine Bude...
- Ich will unbedingt meinePartei unterstützen: Ich bin Fan von der LINKEN.
- Ich gehe immer zur Wahl: war schon immer so...
- Ich wurde im Wahlkampf überzeugt, die Partei XY zu wählen: Ich finde euren Wahlkampf echt gut...
- Ich will meinen Kindern ein gutes Beispiel sein: Alle mir nach!
- Wenn doch die andere Partei gewinnt, bin ich jedenfalls nicht schuld: Diesmal bin ich aber nicht schuld!
- Ich gehe einfach mit: Wo geht's lang?
- Ich habe nichts besseres zu tun - vielleicht trifft man unterwegs noch jemanden: Nix los hier...
- Es gibt eine Wahlpflicht: Wer nicht wählt, muss Strafe bezahlen: Das wüsst' ich aber...
- Wenn ich nicht gehe, merkt es keiner: Wahrscheinlich guckt wieder kein Schwein...
- Ich demonstriere damit meine Zugehörigkeit zur demokratischen Gemeinschaft Da simmer dabei, dat iss prima!
- Ich unterstütze die Demokratie: Meinetwegen - kost' ja nix...
- Ich gehe sogar zweimal wählen: Einmal Briefwahl und einmal persönlich! Doppelt genäht hält besser...
36 Gründe, nicht zur Wahl zu gehen...
- Für jede Stimme gibt es Geld für die Parteien - das will ich nicht! Keine Kohle für die Parteien!
- Ich will mit meiner Nichtwahl protestieren Ihr werdet schon sehen, was ich nich mach...
- Meine Stimme hat eh keinen Einfluss Auf mich hört eh niemand...
- Ich habe da schon etwas (besseres) vor und Briefwahl ist mir zu kompliziert Wie geht das überhaupt?
- Die machen doch sowieso was sie wollen Ist doch egal wer da regiert...
- Wenn keiner mehr wählt, werden die endlich merken, dass sie das Volk nicht mehr vertreten Macht Euren Kram doch alleine...
- Ich kann mich für keine Partei entscheiden Welche Partei passt zu mir?
- Ich weiß nicht wie das geht und will mich nicht blamieren Wählen - wie geht das?
- Ich weiß nicht wo mein Wahllokal ist Wo gehts lang?
- Ich habe noch nie gewählt Sag niemals nie...
- Meine Freunde wählen auch nicht - ist echt uncool
- Im Wahllokal sitzen immer nur so vertrocknete Griesgrame - das turnt echt ab
- Mein Personalausweis ist abgelaufen Gehts auch ohne?
- Ich habe keine Wahlbenachrichtigung bekommen Bin ich überhaupt zu der Party eingeladen?
- Ich habe meine Wahlbenachrichtigung verloren Keine Ahnung wo die wohl steckt...
- Ich finde niemanden, der auf meine Kinder aufpasst Wohin mit den Kids?
- Da bin ich im Urlaub Kann man auch auf Mallorca den Landtag wählen?
- Beim letzten mal hat es auch nichts geholfen... Es hilft nix
- Die Lage ist so schlecht, da kann man sowieso nichts mehr machen mehr
- Alle Parteien haben irgendwelche Nachteile mehr
- Ich darf nicht wählen Warum nicht???
- Durch die Globalisierung hat die Regierung ja eh keinen Einfluss mehr Die Welt ist groß und ich bin klein...
- Erststimme, Zweitstimme - das ist mir zu verwirrend Eins und Zwei und fertig!
- Es regnet den ganzen Tag Zehn Stunden am Stück...
- Dafür bin ich schon zu alt Wählen ist nur was für junge...
- Ich kann nicht gut laufen - der Weg ist mir zu weit Kann mich jemand abholen?
- Ich kann weder schreiben noch lesen Ich kenne jemanden, dem man helfen müsste...
- Ich bin blind Kann mir jemand helfen?
- Ich stehe unter Betreuung Darf ich überhaupt wählen?
- Ich bin im Krankenhaus Wie kann ich da wählen?
- Ich muss arbeiten Gibt es Wahlurlaub?
- Mein Freund⁄Bruder⁄Vater⁄Sohn kann ja für mich mit wählen Kann das nicht jemand anderes für mich machen?
- Meine Freundin⁄Schwester⁄Mutter⁄Tochter kann ja für mich mit wählen Kann das nicht jemand anderes für mich machen?
- Solange meine Kindern nicht wählen dürfen, wähle ich auch nicht Entweder alle oder keiner!
- Ich wandere aus, sobald ich kann Bloß weg hier - jetzt soll ich auch noch wählen...
- Fünf Minuten nach Schließung der Wahllokale ist mit der Hochrechnung alles bereits klar - da kann man doch die Kosten sparen und geht schneller...
Wer etwas will, sucht Wege.
Wer etwas nicht will, sucht Gründe!
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24 Gründe, zur Wahl zu gehen...
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Die einzige Möglichkeit an der Macht teilzuhaben
Das stimmt natürlich nicht ganz. Denn jeder kann sich auch direkt an der Macht beteiligen - zum Beispiel, indem er Mitglied einer Partei wird.
Pflicht ist ein großes Wort! Hier ist wohl eher das Recht zu wählen wichtig. Und wie für jedes Recht, gilt auch für dieses: Rechte schützt man, indem man sie in Anspruch nimmt!
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Wer nicht wählt, unterstützt die großen Parteien
Von der Nichtwahl profitieren rechnerisch gesehen alle Parteien, die man nicht gewählt hätte, und zwar proportional zu ihrem Stimmenanteil. Wenn beispielsweise ein SPD-Wähler einmal nicht wählt, dann dürfte davon am meisten die CDU profitieren, und umgekehrt. Am stärksten schadet man natürlich der Partei, die man gewählt hätte, wäre man zur Wahl gegangen. Hinsichtlich der kleinen Parteien – und damit auch der extremen – gibt es noch den Zusatzeffekt, dass man durch Wahlenthaltung die Fünfprozenthürde ein Stück weit absinken lässt, so dass sie leichter zu überspringen ist. Dieser Effekt ist aber vergleichsweise gering.
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Wer nicht wählt, darf auch nicht meckern
Wenn du dich über politische Entscheidungen der gewählten Parteien ärgerst, bedenke, dass die nur deshalb regieren, weil Du nicht deren Gegner gewählt hast.
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Zeig den Politikern, wer ihr Chef ist - Du!
Mit Recht wird heute bemängelt, dass der Einfluss auf politische Entscheidungen durch Lobbyisten Überhand nimmt. Das bedeutet auch, dass der einzelne Abgeordnete sich häufiger mit organisierten Interessenvertretern unterhält, als mit seinen Wählern. Bedenklich wird es aber dann, wenn der Abgeordnete den Eindruck gewinnt, er sei diesen Interessenvertretern mehr verpflichtet als seinen Wählern. Denn die interessieren sich nicht für ihn also interessiert er sich auch nicht für sie...
Ganz anders steht ein Politiker da, wenn er eine starke Wählerschaft hinter sich weiß: Je mehr sich der Wähler für ihn interessiert, desto weniger Einfluss hat die Lobby! Überlasse nicht den Funktionären des Geldes und der Wirtschaft die Politik! Zeige mit Deiner Wahlbeteiligung, wer der wahre Souverän des Staates ist - nämlich Du!
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Wenn nachher nur wenige Stimmen für eine Änderung fehlten, muss man sich ärgern
Immer wieder zeigt sich, dass wenige Stimmen den Ausschlag geben können. Zuletzt berichtete beispielsweise der stern von der Nachzählung in Schleswig-Holstein: "Die Nachzählung in einem Wahlbezirk in Husum hat die schwarz-gelbe Mehrheit im Kieler Landtag auf eine Stimme schmelzen lassen. Wie sich nun gezeigt hat, wurden der Linken bei der Landtagswahl deutlich zu wenig Stimmen zugesprochen. Dies geht nun zu Lasten der FDP." Siehe auch: Meine Stimme hat eh keinen Einfluss
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Demokratie lebt vom Wechsel
Politiker neigen dazu, sich in der Macht bequem einzurichten. Nicht selten wird mehr Energie darauf verwendet, die eigene Macht zu festigen und zu verteidigen, als tatsächlich wichtige Themen zu bearbeiten. Man gewinnt fast den Eindruck, als sei das Mandat für den Politiker ein selbstverständlicher Anspruch und nicht eine vorübergehend verliehene Macht im Auftrag seiner Wähler. Dann hilft nur noch Abwahl! Auch wenn es schmerzt und vielleicht gegen die eigene Partei geht.
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Diese Landtagswahl hat durch die Veränderung der Bundesratsmehrheit starken Einfluss auf die Bundespolitik
Wenn es zu einer Koalitionsregierung aus CDU und Grünen kommt, verliert die schwarzgelbe Bundeskoalition ihre Bundesratsmehrheit und kann ihre Gesetzesvorhaben dann nicht mehr ohne jede Rücksichtnahme durchpauken.
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Wer wählt, erhält 25 Euro!?
Das ist eine Falschmeldung. Aber die 25 Euro kann man tatsächlich bekommen, wenn man die Wahl noch ein wenig mehr unterstützt: Werde freiwilliges Mitglied eines Wahlvorstandes und helfe bei der Durchführung der Wahl im Wahllokal. Dazu meldest Du Dich bei der Gemeinde und hälst Dir den Wahlsonntag frei. Du übernimmst mit anderen zusammen eine der 5-Stundenschichten (8-13 oder 13-18 Uhr) und hilfst um 18 Uhr bei der Stimmauszählung. Dafür gewährt die Gemeinde ein Erfrischungsgeld in Höhe von 25 Euro. Das ist zwar nicht der Weg zu Reichtum und Wohlstand aber zu Ehre und Anstand...
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Man kann sich mit anderen am Wahllokal verabreden und dann etwas gemeinsam unternehmen
(Bei Regen kann man sich unterstellen)
Stimmt.
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Ich will mal alle Parteien auf einem Zettel sehen
Diesmal
sind wirklich viele Parteien an der Wahl beteiligt. Das verdanken wir
der FDP: Direkt zu Anfang ihrer Regierungsbeteiligung 2005 setzte sie
durch, dass bei der Landtagswahl nun auch (wie bei der Bundestagswahl)
zwei Stimmen abgegeben werden können. Davon profitieren besonders
ganz kleine und/oder extremistische Parteien (NPD
etc.), die nicht in jedem Wahlkreis einen Kandidaten aufstellen
können oder wollen. Über die Zweitstimme stehen sie nun
dennoch in jedem Wahllokal auf dem Zettel: Der Wahlzettel ist mittlerweile 60 Zentimeter lang!
Niemand wird gedrängt, seinen Wahlzettel in Rekordzeit auszufüllen. Jeder kann sich ganz in Ruhe und mit so viel Zeit, wie er benötigt, den Wahlzettel ansehen, durchlesen, abzählen und ausfüllen. Aber: In jeder Spalte darf nur EIN Kreuz gemacht werden! Wir merken uns:
Zur Wahl? Ja! Links wählen - und jeder nur ein Kreuz (pro Spalte)!
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Ich wollte schon immer mal das Wahllokal von innen sehen
Spektakulär sieht es dort in der Regel nicht aus. Aber man kann manchmal alte Schulerinnerungen auffrischen, da Wahllokale oft in Schulklassenräumen eingerichtet werden.
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Ich will unbedingt meine Partei unterstützen
Auch bei hochmotivierten Wählern geschieht es hin und wieder, dass sie im Hochgefühl der Wahl eine ungültige Stimme abgeben... Also ruhig Blut.
Wir merken uns:
Zur Wahl? Ja! Links wählen - und jeder nur ein Kreuz (pro Spalte)!
In vielen Familien gibt es eine lange demokratische Tradition. Alle gehen zur Wahl. Schon immer. Und was gewählt wird ist auch klar.
Aber bei der Wahlkabine gilt: Immer nur einzeln eintreten! Jeder muss unbeobachtet seine Stimme abgeben. Es ist streng verboten, eine zweite Person mit in die Wahlkabine zu nehmen. Auch nicht den Ehemann oder die Ehefrau oder den Vater oder die Mutter oder die Oma oder den Opa oder den Sohn oder die Tochter oder den Wahlleiter oder ... Es sei denn es gibt einen triftigen Grund, wie z.B. eine Behinderung (Blindheit, beide Arme eingegipst etc.)
Und jeder darf wählen, was er will! Und man muss es keinem verraten! Es ist auch OK zu lügen, wenn man gedrängt wird, zu sagen wen man gewählt hat.
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Ich wurde im Wahlkampf überzeugt, die Partei XY zu wählen
Ach Du bist das!? Du bist also der Wähler, für den wir hier den ganzen Zauber veranstalten. Na dann mal los: Wähl uns!
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Ich will meinen Kindern ein gutes Beispiel sein
Mark Twain hat einmal sehr treffend bemerkt: "Man kann seine Kinder erziehen wie man will - am Ende machen sie einem doch alles nach."
Meine Kinder sollen schon früh merken, dass die Demokratie ein hohes Gut ist, das wir alle schützen müssen.
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Wenn doch die andere Partei gewinnt, bin ich jedenfalls nicht schuld
Die Mehrheit entscheidet. One man - one vote! (Ein Mensch - eine Stimme.) Dafür haben unsere Vorfahren gekämpft.
Natürlich ist eine einzelne Stimme selten ausschlaggebend, doch wenn einige einzelne Stimmen zusammen kommen, kann dies tatsächlich zu unerwarteten Ergebnissen führen. Warum also diese Risiko ohne Not eingehen?
Dies ist einerseits keine besonders heldenhafte oder vorbildliche Einstellung. Andererseits zeigt es jedoch, dass man in einer Umgebung mit demokratischer Grundhaltung lebt.
Wenn man einfach mit den anderen zum Wahllokal geht, fällt es auch keinem auf, wenn man gar nicht wählt: Man kann ja auch einen leeren Wahlzettel in die Wahlurne stecken...
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Ich habe nichts besseres zu tun - vielleicht trifft man unterwegs noch jemanden
Was besseres sollte man tatsächlich nicht zu tun haben. Und wenn man unterwegs noch andere trifft, denen die Wahl auch wichtiger ist als sonstige Sonntagstermine, ist man sicherlich in guter Gesellschaft.
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Es gibt eine Wahlpflicht: Wer nicht wählt, muss Strafe bezahlen
Die Wahlpflicht besteht wirklich in vielen Ländern - bei uns jedoch nicht. Dabei sind es nicht nur Länder, mit deren demokratischen Strukturen wir erhebliche Zweifel assoziieren. Wahlpflicht wird mit Geld- und⁄oder Gefängnisstrafen durchgesetzt und gilt beispielsweise in Belgien, Italien, Liechtenstein, Luxemburg und Australien. Näheres zur Wahlpflicht: hier
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Wenn ich nicht gehe, merkt es keiner.
Das stimmt. Aber nur, wenn Du selbst keiner bist. Dein Argument gilt natürlich auch für das leise Fluchen, still "Dagegensein" und einsame Verzweifeln - das alles merkt auch keiner. Erstrebenswert oder befriedigend ist es dennoch nicht. Wenn Du aber gehst, wird zumindest Deine Stimme gezählt und andere Leute sehen, dass Du wählst!
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Ich demonstriere damit meine Zugehörigkeit zur demokratischen Gemeinschaft.
Diese Demonstration scheint notwendig wie selten zuvor! In Zeiten, in denen organisierte Lobbyisten über den Staat und seine Vertreter herfallen und drohen den letzten Rest Anstand mit kaltem Lächeln aufzukaufen, muss dringend demonstriert werden, dass wir uns die Demokratie nicht abkaufen lassen.
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Ich unterstütze die Demokratie
Ständig rückläufige Wahlbeteiligungen helfen genau den Demokratiefeinden und ihren Handlangern in den Medien, die lieber heute als morgen das "ungeblidete Volk" mit einer "starken Hand" durch eine Elite regieren möchten. Denn wenn niemand zur Wahl geht, fällt es auch niemandem auf, wenn die Wahl abgeschafft wird.
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Ich geh' sogar zweimal wählen: Einmal Briefwahl und dann nochmal im Wahllokal
Das geht leider nicht: Die Briefwahlunterlagen werden nur aufgrund eines Eintrags in das Wählerverzeichnis verschickt. Diese Verzeichnis liegt auch im Wahllokal aus. Dort weiß man also, dass Du bereits gewählt hast bzw. wählen konntest.
36 Gründe, nicht zur Wahl zu gehen...
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Für jede Stimme gibt es Geld für die Parteien - das will ich nicht!
Hier wird auf die Wahlkampfkostenerstattung angesprochen. Diese ist seit 1994 im Parteiengesetz (§18) neu geregelt worden. Für jede Stimme erhalten die Parteien maximal 0,70 bzw. 0,85 EUR pro Jahr der Legislaturperiode. Die Wahlkampfkostenerstattung ist ein Teil der staatlichen Parteienfinanzierung. Die absolute Obergrenze der Parteienfinanzierung ist auf maximal 133 Mio. EUR pro Jahr begrenzt. Diese Grenze wird jedoch regelmäßig deutlich überschritten. Deshalb ändern nicht abgegebene oder ungültige Stimmen an der Summe nichts. Sie bewirken nur, dass weniger stark gekürzt werden muss. Es bleibt dann mehr Geld für andere Wahlen und für Zuschüsse zu Mitgliedsbeiträgen und Spenden übrig. Die Wahlbeteiligung schlägt also nicht direkt auf die Parteienfinanzierung durch. Absolute Obergrenze 2006 war z.B. 133 Mio. €. (Anspruch der Parteien wäre sonst ca. 161 Mio. € gewesen.)
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Ich will mit meiner Nichtwahl protestieren.
Ein nobler Gedanke. Er wäre überzeugender, wenn es irgendwer bemerken würde. Da die "Partei der Nichtwähler" zwar ständig wachsenden Zulauf hat, aber leider immer noch keine einzige Alternative zu den bestehenden Parteien anbieten kann, beschränkt sich ihr Einfluss lediglich auf eine dumpf negative Stimmung.
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Meine Stimme hat eh keinen Einfluss
Aber Lotto spielst Du was? Nein - im Ernst: Natürlich kann eine einzelne Stimme nicht immer den Ausschlag geben. Sonst wäre das wohl möglich die Stimme deines Lieblingsfeindes! Wenn man seinen Einfluss ausschließlich an Abstimmungs-Sieg oder -Niederlage misst, dann kannst man schon in der eigenen Familie nicht mehr abstimmen.
Darüber hinaus unterschätzt man die Kraft der Opposition gewaltig. Jede Stimme für DIE LINKE. macht unser Land sozialer. Nichts fürchten die etablierten Parteien mehr als Stimmenverlust.
Davon abgesehen ist es manchmal wirklich knapp!
In der Wahl-Info-Broschüre des NRW-Landtages (So funktioniert die Landtagswahl) heißt es: "Mitunter hängt es an wenigen Stimmen, die darüber entscheiden, welche Kandidatin oder welcher Kandidat aus einem Wahlkreis in den Landtag einzieht. Bei der Landtagswahl 2005 wurden einige Wahlkreise nur sehr knapp gewonnen, der Wahlkreis Lippe II etwa mit einem Vorsprung von nur 102 Stimmen. An solch knappen Ergebnissen wird deutlich, dass bei Wahlen tatsächlich jede einzelne Stimme zählt!"
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Ich habe da schon etwas (besseres) vor und Briefwahl darf ich nicht
Mit der Wahlbenachrichtigung erhält jeder Wahlberechtigte die Möglichkeit, Briefwahlunterlagen zu beantragen.
In manchen Gemeinden (z.B. Bonn) kann dies bereits über das Internet erledigt werden - bei uns ist dies leider noch nicht möglich. Dennoch ist die Beantragung der Briefwahlunterlagen nicht übermäßig kompliziert: Die Briefwahlunterlagen werden durch Ausfüllen und Abgeben⁄Abschicken der Wahlbenachrichtigungskarte angefordert.
Wer darf Briefwahl? Seit Dezember 2008 muss kein Grund mehr angeben werden. Jeder, der will, darf Briefwahlunterlagen anfordern (Näheres hier).
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Die machen doch sowieso was sie wollen
Umso nötiger ist es, denen mitzuteilen, was WIR wollen!
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Wenn keiner mehr wählt, werden die endlich merken, dass sie das Volk nicht mehr vertreten
In Deutschland gibt es keine Mindestwahlbeteiligung. Würden im ganzen Land nur 10 Leute wählen, würden diese zehn bestimmen, welche Parteien im Parlament sitzen werden. Die Anzahl der Sitze würde sich dadurch übrigens auch nicht verringern.
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Ich kann mich für keine Partei entscheiden.
Es ist nahezu ausgeschlossen, eine Partei zu finden, die einem in allen Punkten gefällt. Wenn man mit den zentralen Forderungen der Partei übereinstimmt ist dies jedoch schon ein guter Hinweis, dass man sie wählen sollte. Seit mehreren Jahren gibt es außerdem eine schön aufbereitete Seite im Internet: Der Wahl-O-Mat
Anhand von Fragen zu verschiedenen Themen können sich die Parteien kurz vorstellen.
Das Prinzip ist recht einfach zu verstehen: Sowohl die Parteien, als auch die Wähler füllen denselben Fragebogen zu verschiedenen politischen Themen aus. Anschließend kann man noch ankreuzen, was einem am wichtigsten ist und erhält zum Schluss eine Liste in der man sehen kann, in wie weit die einzelnen Parteien mit der eigenen Meinung übereinstimmen.
Nebenbei: Wenn Du eine Partei mit 50% Übereinstimmung findest, solltest Du dringend darüber nachdenken, in diese Partei einzutreten!
Der Wahl-O-Mat NRW 2010 ist ein Kooperationsprojekt der Bundeszentrale für politische Bildung⁄bpb, der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen und des Landesjugendrings NRW⁄LJR NRW. Im Februar starten die Vorbereitungen für den Wahl-O-Mat zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2010. Zur Bundestagswahl 2009 wurde er rund 6,7 Millionen Mal gespielt.
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Ich weiß nicht, wie das geht und will mich nicht blamieren
Wie das geht? Hingehen, Wahlbenachrichtigung (das ist der gelbe Zettel, der Dir zugeschickt wurde) abgeben, Wahlzettel entgegennehmen, hinter den Sichtschutz gehen, 2 Kreuzchen machen, falten, wieder hervortreten, in den Kasten mit dem Schlitz stecken, fertig.
Blamieren? Geht nicht! Denn keiner darf zusehen, wie und wo Du Dein Kreuzchen machst.
Wenn Du eine gültige Stimme abgeben willst, solltest Du allerdings folgendes beachten:
- In jeder der beiden Spalten (Erststimme und Zweitstimme) darf jeweils nur EIN Kreuz gemacht werden.
- Dein Kreuz muss jeweils eindeutig neben EINEM der Kandidatennamen und neben EINEM der Parteinamen stehen. Ist das Kreuz zwischen zwei Parteien oder zwei Kandidaten, kann es nicht eindeutig zugeordnet werden: Dein Wählerwille ist nicht zweifelsfrei zu erkennen.
- Du darfst nix zusätzlich (keine Telefonnummer oder Namen usw.) auf den Wahlzettel schreiben. Auch
nicht irgendwelche Sprüche oder Schmähungen zu Parteien, die
dir vielleicht nicht gefallen und die du nicht wählen willst. Auch
nicht auf der Rückseite!
Wenn du gegen einen einzigen der drei Punkte verstößt, hast Du eine UNGÜLTIGE Stimme abgegeben. Eine Stimmenthaltung und die Abgabe einer ungültigen Stimme haben beide den gleichen Einfluss auf das Wahlergebnis – nämlich überhaupt keinen.
Falls du dich verschrieben hast, kannst du sofort einen neuen Wahlzettel
bekommen - einfach danach fragen. Den verschriebenen Wahlzettel muss du
dann persönlich zerreißen - niemand darf sehen, in welcher
Weise du dich verschrieben hast.
In der amtlichen Wahlstatistik werden ungültige Stimmen explizit aufgeführt – mehr aber auch nicht. Es wird nicht festgehalten, warum die Stimmen ungültig sind: Ob dem Wähler etwa die Stimmabgabe zu kompliziert war und er aus Unkenntnis keine gültige Stimme abgegeben hat oder er sich bewusst enthalten bzw. gar Protest ausdrücken wollte. Zur Begründung der ungültigen Stimmabgabe oder der Wahlenthaltung gibt es auch kein Feld auf dem Stimmzettel. Erklärungen oder Sprüche auf dem Stimmzettel sehen nur die Wahlhelfer vor Ort.
Häufig wird die Wahlbeteiligung als Gradmesser für die Zufriedenheit der Bürger mit dem politischen System angesehen. Die Wahlbeteiligung setzt sich aber aus den gültigen und ungültigen Stimmen zusammen. Wer nicht zu einer höheren Wahlbeteiligung beitragen will, sollte also zu Hause bleiben.
Das Wahlgesetz schreibt folgenden Ablauf vor:
§ 26 (Fn 4)
- (1) Der Wähler hat zwei Stimmen,
- eine Erststimme für die Wahl eines Wahlkreisabgeordneten und
- eine Zweitstimme für die Wahl einer Landesliste. Er gibt seine Stimmen geheim ab.
- (2) Der Wähler gibt
- 1. seine Erststimme in der Weise ab, dass er durch ein auf den Stimmzettel gesetztes Kreuz oder auf andere Weise eindeutig kenntlich macht, welchem Bewerber eines Kreiswahlvorschlages sie gelten soll,
- 2. seine Zweitstimme in der Weise ab, dass er durch ein auf den Stimmzettel gesetztes Kreuz oder auf andere Weise eindeutig kenntlich macht, welcher Landesliste sie gelten soll.
(3) Der Wähler faltet daraufhin den Stimmzettel in der Weise, dass seine Stimmabgabe nicht erkennbar ist, und wirft ihn in die Wahlurne
- (4) Der Wähler kann seine Stimmen nur persönlich abgeben.
- Ein Wähler, der des Lesens unkundig oder aufgrund einer körperlichen Beeinträchtigung nicht in der Lage ist,
den Stimmzettel zu kennzeichnen, zu falten und in die Wahlurne zu werfen, kann sich der Hilfe einer anderen Person (Hilfsperson) bedienen.
- Blinde oder Sehbehinderte können sich zur Kennzeichnung des Stimmzettels auch einer Stimmzettelschablone bedienen.
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Ich weiß nicht wo mein Wahllokal ist.
Die Adresse steht auf Deiner Wahlbenachrichtigungskarte. Ansonsten kannst du einfach Deinen Nachbarn hinterher gehen... Oder: Briefwahl
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Ich habe noch nie gewählt
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Meine Freunde wählen auch nicht - ist echt uncool.
Es sei einmal dahingestellt, wie cool es ist, etwas zu sein, was niemand merkt - nämlich Nichtwähler. Um keinen Stress mit Deinen (seltsamen) Freunden zu bekommen kannst Du ganz einfach Briefwahl beantragen. Karte ausfüllen - einwerfen fertig. Nicht einmal Briefmarken werden dafür benötigt, wenn Du die Karte direkt beim Rathaus abgibst.
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Im Wahllokal sitzen immer nur so vertrocknete Griesgrame - das turnt echt ab.
Ich weiß ja nicht wo Du wählst... Aber manchmal kann das schon stimmen. Das liegt daran, das viele es echt uncool finden, fünf Stunden im Wahllokal herumzusitzen und dann auch noch die Stimmen zu zählen. Deshalb bleibt die Aufgabe immer an denselben Bürgern hängen. Aber das kannst Du leicht ändern: Werde selbst Wahlvorstand! Hier kannst Du Dich melden.
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Mein Personalausweis ist abgelaufen.
Kann ein Problem werden. In der Regel brauchst Du jedoch nur die Wahlbenachrichtigung. Und notfalls jemanden, der Dich kennt und bezeugt, dass Du Du bist. Um sicher zu gehen, beantrage Briefwahl. Das geht schneller und einfacher als einen Personalausweis zu verlängern.
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Ich habe keine Wahlbenachrichtigung bekommen
Wenn Du in der Gemeinde gemeldet bist und dort Deinen ersten Wohnsitz hast, sollte Dir die Wahlbenachrichtigung automatisch zugeschickt werden. Das sind diese länglichen gelben Scheine. Solltest Du noch keine Wahlbenachrichtigung bekommen haben, solltest du dich umgehend im Rathaus melden.
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Ich habe meine Wahlbenachrichtigung verloren.
Geht auch ohne, wenn Du weißt, zu welchem Wahllokal Du musst. Nimm einfach Deinen Perso mit und sage Deinen Namen. In der Regel stehst Du im Wählerverzeichnis und kannst dann sofort loslegen.
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Ich finde niemanden, der auf meine Kinder aufpasst.
Kinder kann man mitbringen. Da die Wahllokale häufig in Schulen untergebracht sind, handelt es sich auch nicht um allzu gefährliche Orte...
Die Beantragung von Briefwahl ist einfach und (fast) kostenlos.
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Beim letzten mal hat auch nichts geholfen...
Doch.
... Ich sage das jetzt mal genauso platt wie dieses oft gehörte Scheinargument gegen die Wahl.
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Die Lage ist so schlecht, da kann man sowieso nichts mehr machen
Gerade wenn die Lage schlecht ist, wirken sich unterschiedliche Anschauungen um so stärker aus. Merke: Schlimmer geht immer!
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Alle Parteien haben irgendwelche Nachteile
Wie wahr! Außer der Gründung deiner eigenen Partei besteht noch die Möglichkeit, einer bestehenden Partei beizutreten und sie aktiv mitzugestalten. Das tun bereits viele Menschen. Eine Wahl ist auch eine Anerkennung für deren Engagement. Es gilt die Regel: Stimme ich mit 30 % der wesentlichsten Ansichten überein, muss ich wählen, stimme ich mit 50 % überein, muss ich eintreten - mehr kann man in einer Demokratie nicht erwarten...
Bist du ohne deutschen Pass?
Bist du zu jung - unter 18 Jahren?
Wohnst du nicht in NRW?
Bist du "entmündigt"?
Hast du deine bürgerlichen Ehrenrechte verloren?
Das steht im Landeswahlrecht:
§ 1
Wahlberechtigt ist, wer am Wahltag
1. Deutscher im Sinne des Artikels 116 Abs. 1 des Grundgesetzes ist,
2. das achtzehnte Lebensjahr vollendet hat und
3. mindestens seit dem 16. Tag vor der Wahl in Nordrhein-Westfalen seine Wohnung, bei
mehreren Wohnungen seine Hauptwohnung hat oder sich sonst gewöhnlich aufhält und
keine Wohnung außerhalb des Landes hat.
§ 2
Ausgeschlossen vom Wahlrecht ist
1. derjenige, für den zur Besorgung aller seiner Angelegenheiten ein Betreuer nicht nur durch
einstweilige Anordnung bestellt ist; dies gilt auch, wenn der Aufgabenkreis des Betreuers die
in § 1896 Abs. 4 und § 1905 des Bürgerlichen Gesetzbuchs bezeichneten Angelegenheiten
nicht erfaßt,
2. wer infolge Richterspruchs das Wahlrecht nicht besitzt.
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Durch die Globalisierung hat die Regierung ja eh keinen Einfluss mehr
Das versuchen uns viele Politiker immer wieder einzureden. Wenn dem tatsächlich so wäre, bräuchten diese Politiker sich auch nicht mehr zur Wahl zu stellen: Ihr könnt zu Hause bleiben!
Doch meist ist die Globalisierung (oder auch die "EU") nur ein billiger Vorwand um die eigene Untätigkeit oder Klientel-Vorteilsnahme zu verbergen. Um so wichtiger ist es, die zu wählen, die sich der Globalisierung nicht tatenlos ergeben - DIE LINKE
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Erststimme, Zweitstimme - das ist mir zu verwirrend
Ganz einfach: Beide Stimmen für die DIE LINKE. Und so geht das.
Mal ganz kurz: Bei der Landtagswahl läuft es jetzt genauso wie
zuvor bei der Bundestagswahl. Jeder Wähler hat zwei Stimmen -
jeweils eine Erststimme und eine Zweitstimme.
- Mit der Erststimme - das ist die linke Seite des langen Wahlzettels - wählt man eine bestimmte Person.
- Das ist der Direktkandidat
in deinem Wahlkreis. Vielleicht bist du dem sogar schon persönlich
begegnet. Während des Wahlkampfes laufen die nämlich gern und
viel herum, um möglichst viele Menschen zu treffen. Weil nicht
alle Parteien einen Direktkandidaten in jedem Wahlkreis haben, hat
diese Spalte einige, auch große Lücken.
- Andersherum gibt es aber auch Kandidaten, die zu keiner Partei gehören - sogenannte Einzelkandidaten.
In den Zeile mit den Einzelkandidaten ist dann in
der gegenüberliegende rechten Spalte eine Lücke. Der
Kandidat, der die meisten Stimmenin einem Wahlkreis erhalten hat,
erhält direkt einen Sitz im Parlament - unabhängig davon, ob
die Partei die 5-Prozent-Hürde übersprungen hat oder nicht -
daher der Name "Direktkandidat". Weil in jedem Wahlkreis andere
Direktkandidaten zur Wahl stehen, ist der vorgedruckte Wahlzettel in
allen Wahlkreisen jeweils unterschiedlich.
- Mit der Zweitstimme - das ist die rechte Seite des langen Wahlzettels - wählt man eine bestimmte Landesliste.
- Das ist die Partei des
auf der linken Seites stehenden Direktkandidaten. Die Zweitstimme ist -
ganz anders als man ihrem Namen nach vermuten würde, die wichtigere der beiden Stimmen! Die Anzahl der Zweitstimmen entscheidet über die Sitzverteilung im Parlament.
Die Partei, die 5 Prozent der Zweitstimmen hat, bekommt auch 5 Prozent
der Parlamentssitze - auch wenn sie keine einzige Erststimme bekommen
hat.
- Auf der rechten Seite des Wahlzettels
stehen in der Regel mehr Parteien zur Auswahl als Kandidaten auf der
linken Seite. Das liegt daran, dass manche Parteien keine
Direktkandidaten (in deinem Wahlkreis) aufgestellt haben. Weil sie
nicht genug Leute haben oder weil sie sich nicht trauen?
- Vor der Wahl stellen die Parteien
(bei parteiinternen Wahlen) Listen mit Personen auf, die einen Sitz im
Parlament erhalten sollen. Je mehr Zweitstimmen die Partei erhält,
desto mehr Personen von der Liste kommen ins Parlament. Dabei ist es
wichtig, auf welchem Platz der Liste ein Kandidat steht: Je weiter
oben, desto wahrscheinlicher ist der Parlamentssitz. Kandidaten auf den
vordersten Plätzen der Liste heißen auch
"Spitzenkandidaten".
- Manche Kandidaten sind sowohl
Direktkandidaten, als auch Listenkandidaten. Bei kleinen Parteien ist
der Listenplatz in der Regel das wichtigere.
- Wählen für Fortgeschrittene: Splitten
- Man kann die Erststimme dem
Kandidaten der einen Partei geben und die Zweitstimme für eine
andere Partei verwenden. Das nennt man splitten.
- Beispielsweise kann man mit der
Erststimme den Kandidaten der Partei YX wählen, weil man den
persönlich kennt und gut findet und weil der Kandidat der anderen
Partei nicht die leiseste Chance hat und und und... Mit der
Zeitstimme wählt man dann aber die Partei, deren Programm man am
überzeugensten findet. Nur so kann man sicherstellen, dass sie die
5-Prozent-Hürde überspringt...
zurück zur Auswahl
Selbst wenn es 10 Stunden ununterbrochen regnet (solange sind die Wahllokale geöffnet), solltest du die Gelegenheit nicht versäumen, deiner Stimme Geltung zu verschaffen.
Das Landeswahlgesetz dazu:
§ 7
(1) Der Wahltag wird durch die Landesregierung festgesetzt.
(2) Die Wahlzeit dauert von 8 bis 18 Uhr. Der Landeswahlleiter kann im Einzelfall, wenn besondere Gründe
es erfordern, die Wahlzeit mit einem früheren Beginn festsetzen
-
Dafür bin ich schon zu alt
Natürlich kann einem die Zukunft egal sein, wenn man so alt ist, dass man die nächste Legislaturperiode wahrscheinlich nicht mehr überlebt. Aber vielleicht interessiert man sich ja noch für die Zukunft seiner Kinder oder Freunde oder Verwandten?
-
Ich kann nicht gut laufen - der Weg ist mir zu weit
Verschieden Parteien haben einen Hol- und Bringdienst für behinderte Wähler eingerichtet. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit der Briefwahl.
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Ich kann weder schreiben noch lesen
Du kannst dir zu Hause helfen lassen. Dazu muss du eine Vertrauensperson bitten, mit dir die Briefwahlunterlagen anzufordern.
Man kann aber auch zu zweit in die Wahlkabine zu gehen. Das erlaubt § 26 Absatz 4 Landeswahlrecht.
Du kannst dir zu Hause helfen lassen. Dazu muss du eine Vertrauensperson bitten, mit dir die Briefwahlunterlagen anzufordern.
Man kann aber auch zu zweit in die Wahlkabine zu gehen. Das erlaubt § 26 Absatz 4 Landeswahlrecht.
-
Ich stehe unter Betreuung
§ 2 des Landeswahlrecht
Ausgeschlossen vom Wahlrecht ist derjenige, für den zur Besorgung aller seiner Angelegenheiten ein Betreuer nicht nur durch einstweilige Anordnung bestellt ist; dies gilt auch, wenn der Aufgabenkreis des Betreuers die in § 1896 Abs. 4 und § 1905 des Bürgerlichen Gesetzbuchs bezeichneten Angelegenheiten nicht erfasst,
Mancherorts gibt es auch mobile Wahlvorstände... Einfach mal beim Rathaus nachfragen - oder nachfragen lassen.
Die Wahl findet in der Regel an einem Sonntag statt. So sollten möglichst viele Bürger von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen können. Alle, die an diesem Sonntag arbeiten müssen und von 8 bis 18 Uhr ihr Wahllokal nicht aufsuchen können, haben die Möglichkeit der Briefwahl.
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Mein Freund⁄Bruder⁄Vater⁄Sohn kann ja für mich mit wählen
Wenn du selbst eine Frau bist, ist dieser Betrug sehr offensichtlich.
Im Übrigen verstößt das gegen den demokratischen Grundsatz One Man - One Vote und ist gesetzlich verboten. Praktisch ist dies nur möglich, wenn beide in unterschiedlichen Wahllokalen wählen. Das Wahlokal ist für den einzelnen Wähler auf der Wahlbenachrichtigungskarte vorgeschrieben. Ansonsten würde dieser Wahlbetrug (einer geht zweimal in die Wahlkabine) dem Wahlvorstand sicherlich auffallen. Geht man in unterschiedliche Wahllokale, müsste man das Risiko eingehen, dass man seinen Ausweis vorzeigen muss und dann ggf. nicht zugelassen wird. Ist der Betrug offensichtlich, kann es auch zu einer Anzeige kommen. Einzig mit der Briefwahl wird der Betrug zuverlässig gelingen.
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Meine Freundin⁄Schwester⁄Mutter⁄Tochter kann ja für mich mit wählen
Wenn du selbst ein Mann bist, sind deine Chancen minimal. Im Übrigen gilt das zuvor Gesagte.
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Solange meine Kindern nicht wählen dürfen, wähle ich auch nicht
Wenn deine Kinder das achtzehnte Lebensjahr vollendet haben, und den übrigen Kriterien entsprechen, dürfen sie wählen.
Unabhängig davon ist ein Stimmrecht für noch nicht volljährige Kinder keine dumme Forderung. Das Stimmrecht könnte dann von ihren Erziehungsberechtigten
ausgeübt werden. Eltern von zwei Kindern hätten dann zwei
Stimmen mehr. Dadurch würden die Belange der Kinder ein größeres Gewicht erhalten und die Notwendigkeit der Politik, auf Kinder Rücksicht zu nehmen, würde steigen. Dies ist gerade in einer ständig älter werdenden Gesellschaft eine wichtige Forderung.
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Ich wandere aus, sobald ich kann
Wer nicht mal wählen kann, wird mit den Problemen einer Auswanderung erst recht nicht fertig werden.
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Fünf Minuten nach Schließung der Wahllokale ist mit der Hochrechnung alles bereits klar - da kann man doch die Kosten sparen
In der Vergangenheit hat sich mehrfach erwiesen, dass die Wähler doch anders entschieden, als die ersten Hochrechnungen vermuten ließen. Gerade in jüngster Vergangenheit zeigt sich ein starker Trend zur "Entscheidung in letzter Sekunde". Das bedeutet, dass die Wahlentscheidung erst beim Ausfüllen des Wahlzettels getroffen wurde. Siehe auch: Meine Stimme hat eh keinen Einfluss
Und ganz zum Schluss: Wer sagt Dir, dass die Hochrechnung stimmt? Und wenn es zwei verschiedene gibt- wer hat dann recht? Stimmzettel kann man im Zweifelsfall nachzählen. Und die Umständlichkeit des Verfahrens ist zudem sein größter Schutz. Um zu betrügen, müssten so viele Leute eingeweiht werden, dass dies unmöglich geheim bleiben könnte.