2. Januar 2012 Paul Breuer

Rente ab 67: Seehofer (CSU) und die Haltet-den-Dieb-Methode

Die CSU-Lachnummer

"CSU-Chef Seehofer hat die Rentenkürzung durch die Rente erst ab 67 offenbar wider besseren Wissens mitbeschlossen. Dass er in dem Moment (2012), da die Erhöhung des Renteneintrittsalters wirksam wird, die Voraussetzungen dafür als nicht gegeben ansieht, zeigt die ganze politische Verkommenheit dieser Koalition der Rentenräuber und ihrer Vorgängerin", erklärt der Vorsitzende der Partei DIE LINKE, Klaus Ernst."

Jetzt versucht sich Seehofer nach der Haltet-den-Dieb-Methode aus der Verantwortung zu stehlen. Das bayerische Wappentier ist der Löwe und nicht der flüchtende Hase. Ministerpräsident Seehofer hat das offenbar falsch verstanden. Er brüllt immer erst dann, wenn er sich lange genug in der Furche weggeduckt hat." Klaus Ernst weiter:

"Noch im Dezember 15.12.2011 hat die CSU mit allen anderen Fraktionen den Antrag der LINKEN abgelehnt, die Einführung der Rente ab 67 zu stoppen.

Die Zahlen liegen seit Monaten auf dem Tisch. Von den 64jährigen, also jenen, die 2012 einen Monat später Rente bekommen werden, sind derzeit nicht einmal zehn Prozent in einer versicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigung. Für über 90 Prozent der Betroffenen wird also in diesem Jahr die Rente schlicht um einen Monat gekürzt, was zudem für viele mit lebenslangem Rentenabschlag verbunden ist. Das ist die Realität, vor der die übergroße Rentenkürzungskoalition die Augen verschließt.

Wenn Horst Seehofer seine Worte Ernst meinen würde, müsste er als bayerischer Ministerpräsident umgehend eine Bundesratsinitiative zumindest für die Aussetzung der Rente ab 67 starten. Auch die statistischen Tricks können es nicht verbergen, dass die Älteren auf dem Arbeitsmarkt Bittsteller sind, für die meist höchstens prekäre Beschäftigung bleibt, wenn überhaupt. Umso mehr für jene, die nach jahrzehntelanger körperlich oder psychisch belastender Berufstätigkeit gar nicht bis 67 arbeiten können.

Seehofer und Co. lassen die Betroffenen im Regen stehen, weil es ihnen einzig und allein um die Kürzung der Rentenzahldauer und -beträge geht. Für 0,5 Beitragssatzpunkte, die im Jahr 2030 bei der Beibehaltung der Rente ab 65 möglicherweise mehr zu zahlen wären, vergrößert man das Risiko der Altersarmut und nimmt Menschen nach jahrzehntelanger Arbeit und ebenso langen Zahlungen in die Rentenkasse ein Stück ihrer Würde."


Namentliche Abstimmung im Bundestag vom 15.12.2011

Rente ab 67 stoppen

Es wurde abgestimmt über den Entschließungsantrag der Abgeordneten Matthias W. Birkwald, Klaus Ernst, Diana Golze, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE. zu der Beratung der Antwort der Bundesregierung auf die Große Anfrage der Abgeordneten Matthias W. Birkwald, Klaus Ernst, Diana Golze, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE. über Rente erst ab 67 - Risiken für Jung und Alt Drs. 17/5106, 17/7966 und 17/8151.

Rente ab 67

Fraktion

Ja

Nein

Enthaltung

CDU/CSU

0

221

0

SPD

6

124

6

FDP

0

86

0

DIE LINKE

65

0

0

Bündnis '90/DIE GRÜNEN

0

56

10

Ergebnisliste der namentlichen Abstimmung (PDF)


Der Link: Antrag der Linken im Bundestag abgelehnt - Rente erst ab 67 aussetzten

Der Link: Gegen die Rente erst ab 67

Der Link: Seehofers Rentenkritik ist völlig verlogen


Ab sofort (2012) startet der Rentenbetrug

Jahrgang (gültig ab 2012)

Eintritt in die Rente

1947

65 Jahre + 1 Monat

1948

65 Jahre + 2 Monate

1949

65 Jahre + 3 Monate

1950

65 Jahre + 4 Monate

1951

65 Jahre + 5 Monate

1952

65 Jahre + 6 Monate

1953

65 Jahre + 7 Monate

1954

65 Jahre + 8 Monate

1955

65 Jahre + 9 Monate

1956

65 Jahre + 10 Monate

1957

65 Jahre + 11 Monate

1958

65 Jahre + 12 Monate

Ab hier Sprünge von 2 Monaten !

 

1959

65 Jahre + 14 Monate

1960

65 Jahre + 16 Monate

1961

65 Jahre + 18 Monate

1962

65 Jahre + 20 Monate

1963

65 Jahre + 22 Monate

1964

65 Jahre + 24 Monate

 

 

Rechnen Sie einmal nach:

Wieviel € werden Sie an Rente verlieren.

Wieviele Menschen werden das Rentenalter nicht mehr erleben, wenn sie tatsächlich über 65 Jahre hinaus arbeiten?

Viele Menschen werden aus gesundheitlichen Gründen jetzt verfrüht in Rente gehen müssen. Das geht dann nur noch mit deutlichen Rentenkürzungen.

 

 

Rente mit 67 ist eine Rentenkürzung!

Vielen "Dank" an CDU und SPD. Sie haben die Rente ab 67 beschlossen!